Kubuntu reparieren

Kubuntu funktioniert nach Update nicht mehr – was tun? Da mir dieses Missgeschick jetzt schon zum zweiten Mal passiert ist schreibe ich nun einen kurzen Beitrag darüber.

Folgende Situation: Die Kubuntu-Installation auf meinem Tablet muss sich mit 8GB Platz auf der root-Partition begnügen. Für eine einfache Linux-Installation und ein paar wenige Programme sollte das eigentlich ausreichen. Durch diverse Experimente mit Wine und der Handschrifterkennung von Windows war die Platte dann aber doch recht schnell voll. Das Problem: ich habs nicht bemerkt. Als ich nun nach 3 Wochen nicht benutzen meinen Tablet angeschmissen habe, gab es natürlich haufenweise Updates. Nichtsahnend habe ich der Installation von über 200 neuen Pakten zugestimmt und das Teil wieder in die Ecke gelegt. Nach einer Weile rattern kam dann die erste Fehlermeldung dass irgend ein Paket nicht installiert werden konnte. Schade dass der Paketmanager nicht im Stande ist mir mitzuteilen dass die Festplatte voll ist. Deshalb war mir das Problem in diesem Moment noch nicht bewusst. Als dann der Paketmanager mich mehrfach darauf hinwies dass ein Neustart des Systems notwendig ist, habe ich dem auch zugestimmt. Und ab da ging die Sch**** los. Platte rappelvoll und Paketinstallation mittendrin unterbrochen. Das konnte nicht gut gehen. Und so begrüßte mich nach dem Hochfahren KDE mit einer Fehlermeldung, der Digitizer (Stiftbedienung) funktionierte nicht und die WLan-Verbindung funktionierte auch nicht mehr. Im Falle des Tablets war ich also ziemlich machtlos.

Seitlich hat der Tablet einigeTasten die zumindest die Pfeiltasten und ESC und Enter einer normalen Tastatur abbilden. Damit konnte ich in Grub dann zumindest den „recovery mode“ auswählen:

2014-09-18 11.17.01 2014-09-18 11.17.18

 

Früher bedeutete ein solcher „recover mode“ in der Regel nur ein Kernel-image das halt funktionieren sollte. Umso mehr war ich überrascht dass es sich hier um etwas „gescheites“ handelt:

2014-09-18 10.45.47

Dumm nur dass in diesem Menü die seitlichen Tasten am Tablet wieder nicht funktionierten. Eine USB-Tastatur hatte ich leider nicht sofort zur Hand und musste somit bis zum nächsten Tag warten. Dann aber konnte ich endlich das Menü nutzen.

Mit „clean“ konnte ich tatsächlich etwas Speicherplatz freigeben sodass „dpkg“ dann auch seinen Job tun konnte. Dies klappte jedoch auch nicht auf Anhieb, da eine Internetverbindung notwendig war. Der Menüpunkt „network“ konnte aber das WLan nicht aktivieren und so war ich gezwungen den Tablet zusätzlich per LAN-Kabel an den Router zu hängen. In der Zwischenzeit machte dann auch der Akku schlapp *seufz*. Schlussendlich konnte ich mit so viel Kabeldingsbums wie noch nie den Punkt dpkg durchlaufen lassen. Ein letztes „clean“ machte dann auch nochmal ein paar Megabyte frei:

2014-09-18 10.44.43

 

Danach konnte ich endlich über „resume“ den eigentlichen Systemstart fortsetzen. Und siehe da, alles funktioniert wieder wie gewohnt.

Ich fände es ziemlich sinnvoll wenn eine Paketverwaltung ein Auge auf den verfügbaren Plattenplatz hätte und den Nutzer entsprechend informieren würde. Das hätte mir einigen Ärger erspart. Auf der anderen Seite hätte ich dann ja keinen Grund gehabt einen Blog-Beitrag zu schreiben 🙂

Jedenfalls empfiehlt es sich immer ein Auge auf den Speicherplatz zu haben. Z.B. mit filelight:

Screenshot_filelight3

 

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