DIY Powerbank

Fast jeder kennt das Problem: Das Smartphone schafft es noch nicht einmal bis zum Abend mit einer Akkuladung. Eine Steckdose zum Laden hat man aber auch nicht immer zur Verfügung (insbesondere auf dem Fahrrad). Deshalb habe ich mir vor etwa vier Jahren den Just Mobile „Power Pack“ gekauft. Das war noch vor der Zeit als solche Geräte als „PowerBank“ vermarktet und bekannt wurden:

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Damals war das die erste am Markt verfügbare PowerBank mit 1000mA Ausgangsstrom und konnte somit mein altes HTC Desire „wie an der Steckdose“ laden. Beim Galaxy Note 2 müssen es aber schon 2 Ampere sein damit der Akku sich bei Verwendung nicht weiter entlädt. Dazu kommt dass die ursprünglichen 4400mAh dieser PowerBank nicht mehr voll verfügbar sind (wegen Alterung der Akkus) und somit der ~3000mAh Akku des Note 2 so oder so nicht mehr voll werden würde.

Bei diversen Onlineshops gibt es inzwischen solche Geräte mit Kapazitäten jenseits der 20Ah. Ich habe jedoch von meinem Modellbauhobby haufenweise LiPo-Akkus übrig die zwar noch einiges an Kapazität liefern, jedoch nicht mehr den nötigen „Druck“ liefern (Innenwiderstand zu hoch geworden). Eher durch Zufall bin ich auf dieses Teil hier gestoßen:

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Das Ding macht angeblich 5V bei 2A aus einer beliebigen Spannung zwischen 4,5 und 40 Volt. Eine USB-Buchse ist auch schon dran und dazu auch noch ein kleines LED-Display das die aktuelle Spannung anzeigt. Für vier Dollar, Neunundsechzig habe ich mir das Ding direkt aus China kommen lassen und folgendes Ungetüm geschaffen:

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Das sind sieben JST-XH Stecker in einer simplen Parallelschaltung. Dies hat gegenüber Parallelschaltung der Hochstromstecker den Vorteil, dass die einzelnen Zellen die gleiche Spannung haben und somit (zumindest theoretisch) schlechte Zellen einzelner Packs durch gute Zellen anderer Packs ausgeglichen werden. Ich hatte gerade kein längeres Lochraster mehr da, sonst hätte ich wahrscheinlich auf zehn Stecker erweitert, aber seinen Zweck erfüllt das Ding trotzdem:

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So kann ich meine ganzen alten Akkus zur Versorgung meines Smartphones am Fahrrad „aufbrauchen“.

Nur für den Fall dass jemand das Teil nachbauen will: Die Akkus müssen vor dem Anstecken natürlich zu 100% die selbe Spannung haben, sonst gibt’s ein Feuerwerk.

 

Rein aus Interesse habe ich an die 5V Ausgangsspannung mal das Oszi gehängt. Eine Welligkeit von 2Vpp (bzw 3Vpp incl. der Spikes) ist nicht gerade das was ich mir unter stabilen 5V vorstelle, aber das Smartphone scheint es nicht zu stören (manche USB-Ausgänge an Notebooks sind schlimmer) und somit füge ich das Bild nur der Vollständigkeit halber hier ein:

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Mein erster größerer Testlauf verlief mit fünf alten Lipos unterschiedlicher Kapazität. Ich konnte mein Smartphone einmal von 3% auf 100% aufladen und danach acht Stunden lang unter Volllast (betrieb am Fahrrad als Navi) betreiben. Nach diesem Testlauf betrug die Spannung des Packs 11,25V und das Handy war zu 100% geladen. Hier sieht man nun auch schön dass sich die einzelnen Zellen (schlecht und gut) gegenseitig ausgleichen.

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Dies stellt den Idealzustand dar (siehe meinen Beitrag zur LiPo-Technik). Mit einem einzelnen 1,6Ah (11,1V, d.h. 3s) Akku konnte ich mein Handy von 13% auf 100% aufladen.

Mit diesem Ergebnis bin ich zufrieden. Das Teil lässt sich dank der sieben Anschlüsse je nach Verwendungszweck variabel „bestücken“. Sollte ich mal mehrere Tage autark mein Handy versorgen wollen packe ich einfach mehr/größere Akkus drauf. Und billig wars auch 🙂

5 Gedanken zu “DIY Powerbank

  1. Hallo Markus,
    ich musste ein wenig schmunzeln beim lesen deines Artikels „Just Mobile“. Wenn ich mal einen Artikel über die Geschichte von Powerbanks schreiben werde, dann werde ich das hübsche Gerät auf jeden fall erwähnen.
    Außerdem fand ich dein Bastelaktion sehr cool! Den Akku vom Smartphone hast du mit 11V geladen ja? 🙂 Ging bestimmt schnell!
    Beste Grüße
    Paul

      • Hallo Markus,
        ja, war auch etwas erstaunt. Aber gut das du dein Smartphone nicht mit 11V geladen hast, würde bestimmt nicht so gesund für die Ladeelektronik im Handy sein. Danke für die Rückmeldung.
        Beste Grüße
        Paul

  2. Ich finde in der Bucht leider nur welche ohne die Angabe input 4,5-40V. Nur solche mit *USB Eingang*. Kannst Du mir einen Suchtipp geben?

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